Fachmaturität Fachmittelschule (FMS)

Allgemeines

Die Fachmittelschulen (FMS) des Kantons Bern bieten im Anschluss an den dreijährigen Fachmittelschulbildungsgang ein einjähriges Fachmaturitätsmodul in den drei Berufsfeldern Gesundheit, Soziale Arbeit und Pädagogik an. Mit dem von der Schweizerischen Konferenz der Erziehungsdirektoren (EDK) anerkannten Fachmaturitätszeugnis ist der Zugang zu den entsprechenden Fachhochschulstudiengängen bzw. zu bestimmten Studiengängen an pädagogischen Hochschulen gewährleistet. Das Fachmaturitätsmodul richtet sich somit hauptsächlich an Schülerinnen und Schüler, die einen Berufswahlentscheid in eine der drei Richtungen getroffen haben.

Profil des Fachmaturitätsmoduls

Das Fachmaturitätsmodul führt zu Studiengängen an Fachhochschulen in den Bereichen Gesund-
heit und Soziale Arbeit bzw. zu Studiengängen der Vorschul- und Primarstufe an pädagogischen
Hochschulen.

Zur Erlangung der Fachmaturität müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • eine persönlichkeitsbildende Vertiefung in einem berufsfeldspezifischen Praktikum (Gesundheit, Soziale Arbeit) beziehungsweise in einem Vorpraktikum (Pädagogik),
  • im Berufsfeld Pädagogik ein zusätzliches Semester zur Erweiterung der Kompetenzen im Bereich der Allgemeinbildung  mit Gewicht auf selbstständigem und eigenverantwortlichem Lernen,
  • eine Fachmaturitätsarbeit.

 

Ziele des Fachmaturitätsmoduls

Die Ziele des Fachmaturitätsmoduls bauen auf den Richtzielen des Lehrplans für Fachmittelschulen auf, orientieren sich also an den dort erworbenen Kompetenzen und an den Bildungszielen.
Insbesondere werden die für ein erfolgreiches Studium an der Fachhochschule resp. an der Pädagogischen Hochschule PH verlangten zusätzlichen Kenntnisse und Kompetenzen erarbeitet und
vertieft.

Beim Verfassen der Fachmaturitätsarbeit entwickeln die Schülerinnen und Schüler ein Bewusstsein für wissenschaftliches Arbeiten. Sie formulieren Leitfragen und Hypothesen, beobachten, planen, analysieren, interpretieren und erkennen überfachliche Zusammenhänge.

Aufbau des Fachmaturitätsmoduls

Im dritten Ausbildungsjahr der Fachmittelschule entscheiden sich die Schülerinnen und Schüler,
ob sie das Fachmaturitätsmodul absolvieren wollen und melden sich dafür an. Sie suchen einen
Praktikums- bzw. Vorpraktikumsplatz in einem der drei zur Auswahl stehenden Berufsfelder. Nach
erfolgreichem Abschluss des Fachmittelschulbildungsgangs folgt das Fachmaturitätsmodul.

In den Berufsfeldern Gesundheit und Soziale Arbeit finden Praktika mit unterschiedlicher Dauer statt.

Fachmaturität Soziale Arbeit: 12 Wochen bewertetes Sozialpraktikum

Fachmaturitätsmodul Gesundheit, absolviert als eigenständiges Modul nach dem Erwerb
des Fachmittelschulausweises: 28Wochen (4 Wochen Vorbereitungsmodul und 24 Wochen
Praktikum in einem Betrieb des Gesundheitswesens)

Fachmaturität Gesundheit integriert in einen Bildungsgang an einer Höheren Fachschule im
Kanton Bern (Medi oder Bildungszentrum Pflege)
: Ein Teil der zum Bildungsgang der Höheren Fachschule gehörigen Praktika wird angerechnet; sie zählen also gleichzeitig für die Fachmaturität und für die Höhere Fachschule.

Das Fachmaturitätsmodul Pädagogik enthält gemäss Vorgaben der EDK kein Praktikum, sondern ein halbjähriges Unterrichtsmodul vertiefter Allgemeinbildung mit hohen Anteilen an selbstständigem Lernen und Abschlussprüfungen in verschiedenen Fächern.

Zulassung zum Fachmaturitätsmodul

Die Zulassung zum Fachmaturitätsmodul erfordert einen Fachmittelschulabschluss im entsprechenden Berufsfeld.
Da die Absolvierenden des Fachmittelschulbildungsgangs im Kanton Bern keinen Fachmittelschulausweis im Berufsfeld Pädagogik erlangen können, erbringen Personen mit einem Doppelabschluss Gesundheit und Soziale Arbeit zur Kompensation des fehlenden Ausweises folgende Zusatzleistungen zum Fachmaturitätsmodul Pädagogik:

  • allgemeinbildendes Zusatzsemester
  • pädagogisches Vorpraktikum,
  • Intensivkurs im Kunstfach, das im zweiten und dritten FMS-Jahr nicht belegt wurde.

 

Fachmaturitätsarbeit

Die schriftliche Fachmaturitätsarbeit ist ein zentrales Element des Fachmaturitätsmoduls in allen
Berufsfeldern. Jede Schülerin, jeder Schüler schreibt im Verlauf des Fachmaturitätsmoduls eine
Fachmaturitätsarbeit, in welcher ein frei gewähltes Thema im Zusammenhang mit dem Berufsfeldpraktikum oder dem Vorpraktikum selbstständig bearbeitet wird.
Die Arbeit umfasst in einem ersten Schritt die Definition einer praxisrelevanten Herausforderung
oder eines Problems und anschliessend die Formulierung der Fragestellung (im engeren Sinne
der Leitfrage) und des Ziels. Anschliessend folgen die Darstellung der Problemlösung mittels einer
geeigneten Methodik und die abschliessende Überprüfung der Resultate mit Schlussfolgerung
(weiterführende Fragen oder Gedanken).
Die Arbeit wird unter beratender Aufsicht einer Lehrperson der FMS verfasst. An der Präsentation
wird die Arbeit vorgestellt und in einem anschliessenden Fachgespräch inhaltlich geprüft.


Detaillierte Informationen zu Vorgaben und Beurteilung der Fachmaturitätsarbeit enthalten folgende Dokumente auf www.erz.be.ch

  • Leitfaden zur Fachmaturitätsarbeit
  • Weisungen der Kantonalen Prüfungskommission Fachmittelschulen