Online Lesung mit Musik vom 18.11.2020

mit Ronja Fankhauser, Mirjam Ayla Zürcher und Mischael Escher/Skilla


Kultureller Anlass an der Schule, trotz Corona:

340 Schüler*innen loggten sich via Teams in die erste Online-Lesung unserer Schule ein.
Ronja Fankhauser las aus dem im Frühling publizierten Buch Tagebuchtage - Tagebuchnächte. Mirjam Ayla Zürcher las verschiedene Kurz-Texte. Dazwischen rappte Mischael Escher/Skilla auf Schweizerdeutsch Songs aus dem Album Heiwäg. Es war ein sehr unterhaltsamer und interessanter Abend. Am Schluss stellten die teilnehmenden Schüler*innen viele Fragen im Chat, die von den Drei spontan beantwortet wurden.

Lesen Sie hier drei Kostproben von der Veranstaltung:
«I liebe di, u i liebe sie o. Liebi isch nid begränzt, sondern unändlech gross. Öpper ha ohni ne izsperrä – für öpper da si, ohni igsperrt si. Zäme isch me überau daheime, Liebi isch di tribendi Energie (…) Liebi isch Verständnis, Liebi isch Vertroue -  Liebi isch akzeptiere u wöue druf ufboue. Das mer wüsse, es isch guet. U faus es mau fertig isch, dass beidi truurig, aber niemer allei isch.»
Mischael Escher/Skilla, aus: Liebeslied

«Blaugrüner Schleim rinnt von meinen zu deinen Füssen. Deine Zehen zucken, doch du bleibst. Meine Verletzlichkeit umschliesst vorsichtig deine Knöchel. Sie wird ganz ruhig. Und auch du. Bist ganz still. Ich lausche deiner Verletzlichkeit. Sie erzählt, was sie müde und nervös macht. Warum sie sich nicht immer zeigen mag. Und warum sie sich alleine fühlt, wenn sie es trotzdem tut. Ich versteh sie. Ich suche deinen Blick. Blaugrüner Schleim zu deinen Füssen. Rosa Glibber in meinen Händen. Du schaust zurück. Ich bin stolz auf dich.»
Mirjam Ayla Zürcher, aus: Rosa Glibber und blaugrüner Schleim

«Ich habe immer gern Neues gelernt und bin nie gern zur Schule gegangen. (…) Spätestens in der siebten Klasse fangen wohl die meisten Jugendlichen an, diese allgegenwärtige Struktur zu hinterfragen – aber diese Kritik ist schon fast Teil der Routine. (…) ‘Why do we have to keept still so long? What good does it do?’ (de Cleyre 1914). Die Antwort der Lehrpersonen ist meist die selbe: ‘Das brauchst du für den Test, der ist für die Zeugnisnote, die Zeugnisnote ist für eine Lehrstelle, eine Lehrstelle ist für einen Job, ein Job ist für Geld. Wenn du älter wirst, verstehst du das vielleicht irgendwann, wir wollen nur das Beste für dich.’
Die Schule nervt, die Schule ist unnötig, alle hassen die Schule, so ist das nunmal. (…) Das Bildungssystem ist nicht darauf ausgerichtet, Teenagern Inhalte zu vermitteln, welche ihnen die Kommunikation untereinander erleichtern würden, ihnen das Formulieren und Austauschen von Bedürfnissen beizubringen, sondern dient dazu, sie an den Arbeitsalltag im Kapitalismus zu gewöhnen.»
Ronja Fankhauser, aus: Tagebuchtage – Tagebuchnächte (S. 75ff)

Und was sagten die Schüler*innen am nächsten Tag dazu?

Hier ein paar Voten:
•    «War super, dass die Texte und Themen so gut auf das Zielpublikum abgestimmt waren - es waren genau die Themen, die uns auch beschäftigen!»
•    «Also mich hat es richtig geboostet, meine eigenen Kunst-Projekte wirklich weiterzuverfolgen und Mut zu haben. Ich meine, die sind ja nicht viel älter als ich und machen schon so krass gute Sachen und treten auf vor so vielen Leuten! Sehr beeindruckend...»
•    «Ich fand es super, dass die Drei so ehrlich sind in den Texten, das hat mich berührt!»
•    «Die Songs von Mischa waren extrem gut getextet und performt - sind mir direkt ins Herz.»
•    «Bei den Texten von Mirjam Ayla fand ich es sehr beeindruckend, dass sie so metaphorisch waren. Und den Aareblau-Text - damit konnte ich mich sehr gut identifizieren.»
•    «Ich habe mir das Buch Tagebuchtage – Tagebuchnächte von Ronja gleich bestellt und will es unbedingt lesen.»

Mehr Informationen zu:

Mischael Escher/Skilla

Soundcloud: soundcloud.com/mischaelescher


Youtube: www.youtube.com/watch


Webseite (mit Ronja Fankhauser): www.aijnor.com

Mirjam Ayla Zürcher

Website: mirjamaylazuercher.ch

Ronja Fankhauser

lokwort.ch/autor/ronja-fankhauser/


lokwort.ch/shop/lebenswege/tagebuchtage-tagebuchnaechte/


Webseite (mit Mischael Escher/Skilla): www.aijnor.com